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»Alles muss raus«: Drei Perspektiven

Aktualisiert: 4. Aug. 2023

Am 9. September 2023 planen das BrilLe Theater, das Kollektiv heimlich_laut und die Kindertheatergruppe Razoom, den Wittener Rathausplatz auf eine völlig neue Art und Weise zum Leben zu erwecken. Gemeinsam mit Organisatoren und Künstlern der freien Theaterszene werden wir die Kraft und Bedeutung des Theaters für ein junges Publikum hervorheben.


Aus drei Perspektiven wird die Grundthematik »Theater für junges Publikum« in den Blick genommen: Kinder (1.), Veranstaltende (2.) und Theaterschaffende (3.). In allen drei Gruppen werden zunächst Ziele formuliert und neue Narrative entwickelt. In einem Wechselspiel aus Workshops, Evaluation, konzeptioneller Weiterentwicklung und gegenseitigem Austausch nähern wir uns dem Erlebnisparcours. In der letzten Phase ist ein gemeinsames Denken, Spielen und Entwicklen aller drei Gruppen intendiert. Die Grenzen lösen sich auf, es entsteht ein gemeinsames Ergebnis. In diesem Projekt kooperieren eine Vielzahl an Menschen miteinander. Für ausführliche Portraits der über 30 Beteiligten reicht hier der Platz nicht aus. Allein die Theaterschaffenden und Projektinitiator*innen möchten wir weiter unten ausführlicher vorstellen. Zu den Perspektiven:




1. Razoom

Die Kinder stellen Forderungen auf. Sie erträumen sich eine Welt, in der ihnen ein barrierefreier, d.h. trotz Sprachbarriere, Behinderung und Armut möglicher Zugang zum Theater zur Verfügung steht. Wir wissen noch nicht, was sie sich konkret wünschen und welche Ideen sie entwickeln werden. Vermutlich wird auch das eigene, schöpferische Tun untrennbar mit dem Rezipieren zusammenhängen. Ihre Wünsche und Forderungen bilden die inhaltliche Basis für das weitere Vorgehen in unserem Parcours. Da viele der »Razoom« Kids Migrationshintergründe haben, werden wir den Workshop in unterschiedlichen Sprachen (Persisch, Englisch, Ukrainisch, Hindi und Deutsch) durchführen. Die Kinder arbeiten an drei Wochenenden (3.-4. Juni, 17.-18. Juni, 2.-3. September 2023) an dem Thema.

Die Kinder: Artem, Nastja, Anisa, Merve, Naima, Marlene, Lilliane, Paul, Jael, Sonja, Misha, Alla

Leitung: Shabana Saya, Olena Kulak, Britta Lennardt



2. Veranstaltende

Wer Kindern Zugang zum Theater ermöglichen möchte, steht leider vor großen Hürden. Wie kann eine Infrastruktur geschaffen und Selbstverständlichkeit erlangt werden, die Theater als natürlichen Bestandteil und verfügbare Kunstform in das Leben und die Erfahrungsräume von Kindern integriert? Alle mit uns kooperierenden Veranstalter*innen sind sich der Kraft des Theaters als gesellschaftsgestaltende, persönlichkeitsentwickelnde und gemeinschaftsstiftende Kunstform bewusst. Doch sie alle unterliegen Sachzwängen. Die Diskrepanz zwischen Wollen und Können ist groß. Als Mittler*innen zwischen Kindern und Theaterschaffenden ist die Perspektive der Veranstaltenden wertvoll und sollte wahrgenommen werden.

Sie wird vertreten durch:


3. Theaterschaffende

Die letzte Perspektive nehmen die Theaterschaffenden selbst ein, die als heterogene freie Szene Theater für junges Publikum in NRW in die Einrichtungen und ländlichen Räume bringt. »Oftmals agiert sie unter dem Radar der kulturpolitischen Wahrnehmung, stellt jedoch eine zentrale Säule der flächendeckenden kulturellen Grundversorgung dar.« Brigitte Dethier (1. Vorsitzende ASSITEJ e.V.) Den Theaterschaffenden fallen in diesem Projekt zwei Aufgaben zu. Während sie sich mit der eignen Perspektive auseinandersetzen und ein neues Narrativ von gesellschaftlicher Anerkennung und Relevanz freier Szene entwicklen, wird ihnen im Rahmen dieser Arbeit ein Recherchebuffet aus Interviews, Studien, Statistiken, entwicklungsspychologischer Forschung und den Arbeitsergebnissen aus den Gruppen 1 + 2 vorgelegt. Der Auftrag: Das Material ordnen, bestimmte Inhalte herausgreifen und diese in Interventionen übersetzen. Immer jeweils zwei Künstler*innen bilden ein Regietandem, entwicklen die Ideen weiter und fügen die Ergebnisse dann im August zusammen mit den Gruppen 1 + 2 zu einem großen Ganzen zusammen.


Alle Fotos von Dana Schmidt Fotografie

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