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Was bedeutet Kairos?

Wir blicken als Theater auf ein intensives halbes Jahr zurück, in dem durch unser Projekt »Kairos«Projekt eine Reise begann, die ihre Fortsetzung finden wird, finden muss. Denn die Entdeckungen haben Auswirkungen. »Kairos« gliederte sich in drei Phasen: Recherche, Auswertung und Kampagnenplanung.

Das Projekt

Recherche

Nach Vorbereitung und Planung in Projektbürogesprächen trafen wir uns zunächst als gesamtes BrilLe Team und behandelten miteinander die Frage: »Welche Kraft und Bedeutung messen wir selbst Theatergeschichten zu? Und wenn wir Theater für Kinder mit den Kategorien politisch, unterhaltsam, psychologisch und kunstvoll belegen würden, wo verorten wir selbst uns als Theater?«. 

In Ensembles haben wir an den Fragen gearbeitet, für welche Werte wir als Theater stehen, welchen Auftrag wir uns geben. Nach dieser »inneren« Recherche entwickelten wir Fragen, die auf zwei Weisen auch Außen gerichtet wurden: 1. Wir haben als Sprachnachrichten individuelle Theatererfahrungen und deren Impact auf die Biographie gesammelt und transkribiert. 2. Wir haben Menschen gebeten, in einem Fragebogen darauf zu reflektieren, wie sie Kindheit im Wandel wahrnehmen, welche Bedeutsamkeit sie dem Theater für junges Publikum heute zumessen und mit welchen Inhalten sich das Theater befassen sollte. 118 Personen haben bislang diesen Fragebogen ausgefüllt. Die Teilnahme ist noch möglich. 

 

Parallel arbeitete Tabea Gregory an einer Recherche zur Generation Alpha, zu den Veränderungen, der Stimmung innerhalb dieser Generation, ihren Werten und Eigenschaften. 

Auswertung und Kampagnenplanung

Dem Kommunikationsberater und Coach Heiko Redlich wurden die Ergebnisse unserer Recherchen vorgelegt. Es wurde die Idee einer konzertierten Kampagne auf den Rathausplätzen mehrerer Städte entwickelt, in der anhand von lebenden Skulpturen und Streeperformance auf die Hierarchie im Kulturbetrieb und die mangelnde monetäre Versorgung von Kultur für und mit Kindern und Jugendlichen hingewiesen werden soll und im Netzwerk der Partnertheater durchgeführt werden soll. Die Kampagne wurde ebenfalls Olaf Woyna der Agentur smile vorgelegt und die Auswirkung auf die eigene Arbeit sowie das Erscheinungsbild des BrilLe Theaters diskutiert. Basierend darauf entwickelten wir das Konzept für das diesjährige Team Shooting.

Wir trafen uns mit der Initiative "Meisterwerk Mensch", um unser Theater auf Barrierefreiheit zu prüfen. Diese Kooperation dauert an. 

Im Rahmen des Theaterteamtreffens im Mai analysierten wir die eingegangenen Ergebnisse und entwickelten zusammen mit Benjamin Weu ein Kampagnenvideo zu der Frage nach Situation und Bedeutung des Theaters für junges Publikum, welches im Herbst veröffentlicht wird. 

Parallel zu alle diesen Terminen fanden Recherchearbeit, Verbreitung des Fragebogens und der Audiodateianfragen, Transkribieren der Audiodateien durch Bella Sonntag, Tabea Gregory und Nils Teske und ebenso die Overheadarbeiten im Projektbüro (Eddie Arndt und Lea Lennardt) satt.

Unsere Ergebnisse

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Die gesellschaftliche Bedeutung
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Und wie geht es jetzt weiter?

Zum Zeitpunkt der Antragstellung dachten wir, die Kampagnenplanung würde mit Beendigung des Projektes abgeschlossen sein. Tatsächlich setzt dieses Projekt aber einen mit vielen Informationen und Erkenntnissen angereicherten Doppelpunkt.

 

Wir haben aus »Kairos« das Projekt »Anker« entwickelt, denn es wurde deutlich, dass wir, wenn wir nachhaltiger und weniger als Unterhaltungsbetrieb - so wie viele Veranstaltende uns sehen und nutzen möchten -, sondern vielmehr als Zur-Verfügung-Stellende von Denkräumen arbeiten wollen, begleitendes Material entwickeln müssen. Videomaterial, Unterrichtsmaterial, digitale Plattformen …

Die nächste Produktion wird nicht nur wie bislang schon die vierte Wand einreißen sondern auch einen Erfahrungsraum des Miteinanders öffnen, um Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit und Gestaltungskompetenz zu unterstützen.